Dienstag, 12. September 2006

Kapitel 9

Heute muß ich Euch mal von ganz seltsamen Tieren hier oben auf der Alm erzählen. Sie fliegen den ganzen Tag durch die Gegend, landen auf Bäumen und klopfen wie verrückt mit dem Kopf gegen den Stamm. Manchmal machen die das auch schon früh am morgen, da wache ich dann manchmal auf. Ich habe mir schon eine ganze Weile überlegt, wie man auf die Idee kommt sowas absichtlich zu machen. Vor ein paar Tagen bin ich ganz schnell mit meinen Papa herumgaloppiert. Ich habe in einer Kurve nicht richtig aufgepasst und bin deshalb gegen einen kleinen Baumstamm gerannt. Man das hat vielleicht wehgetan. Und diese Vögel machen das freiwillig den ganzen Tag - das soll mal einer verstehen.


Heute war mal wieder der Wolfgang zu Besuch. Ich habe ihm von dem Lärm erzählt, den die Vögel immer machen und ihn gefragt was das soll. Er hat mir dann folgendes erklärt. Es handelt sich bei den Vögeln um Spechte. Der Schnabel von denen ist ein Universalwerkzeug zum Hämmern, Klopfen, Meißeln und wird als Pinzette oder Zange zur Nahrungssuche genutzt. Er hat dann noch gesagt, dass er hier schon verschiedene Arten gesehen hat. Den Schwarzspecht, den Grauspecht, den Grünspecht und den Buntspecht. Dass die Vögel bei uns oben leben ist ein Zeichen dafür, dass auf der Alm die Natur noch ganz in Ordnung ist. Da gegen Ungeziefer nicht gespritzt wird, gibt es noch viele Ameisenlarven, Käfer und Spinnen und deshalb gibt es auch soviele Spechte, weil die genügend zum Fressen haben.
Ich hab den Wolfgang dann noch gefragt, warum die Spechte beim Hämmern kein Kopfweh bekommen. Er hat mir erklärt, dass zwischen dem Schnabel und Hirnschädel ein schwammiges Knochengewebe ist, welches das Gehirn wie eine Art Stoßdämpfer schützt. Das mit dem Stoßdämpfer war für mich neu. Ich dachte bisher, dass nur Autos einen Stoßdämpfer haben, weil da mal bei der Maria ihrem Auto der Stoßdämpfer kaputt war.


Bis Bald,
Euer Amadeus

Samstag, 2. September 2006

Kapitel 8

Stellt Euch vor ich habe die letzten Tage die Maria sehr wenig gesehen.Sie kommt früh morgens und geht erst spät in der Nacht. Ich überlege mir schon die ganze Zeit, was die wohl den ganzen Tag so macht. Dafür kommen mich aber jeden Tag ganz viele Leute besuchen - das ist auch ok. Die gehen in die Leonhardshütte rein, kommen kurz danach wieder raus und schauen an meiner Wiese vorbei und verschwinden nach einiger Zeit wieder im Almgasthof. Irgenwann kommen Sie dann Stunden später frohgelaunt wieder heraus. Heute haben die Desy und die Magdalena mir ein neues Stück Wiese eingezäunt. Da bin ich einfach mal zur Leonhardshütte rübergetrabt und habe mal geschaut, was da so abgeht.

Ich kann Euch sagen, da war echt was los. Da saßen ganz viele Menschen vor einem großen Brett aus Holz mit 4 Füßen dran. Darauf standen Futtertröge und alle haben ganz schön gefressen. Und in der Küche hat die Maria mit der Oma zusammen ganz viele gute Sachen in die Futtertröge gefüllt. Als ich das meiner Mama erzählt habe, hat Sie gesagt, dass die Maria auch die Chefköchin bei uns ist und dass die Teile auf dem Tisch Teller heißen. Die Gäste kommen zu uns, weil das Essen bei uns super gut schmeckt. Da ist alles frisch - genauso wie mein saftiges Almgras. Nur dass meine Mama es nicht in den Futtertrog tut - ich fress das direkt von der Wiese. Also gibt es wohl doch noch mehr Unterschiede zwischen den Menschen und uns Ponys. Der einzige Unterschied den ich bisher gekannt habe ist, dass wir mehr Beine haben. Jetzt muss ich mal nachdenken, was sonst noch unterschiedlich ist....


Bis Bald,
Euer Amadeus

Montag, 14. August 2006

Kapitel 7

Vor ein paar Tagen ist eine Kuh durchs Gatter auf das Almgelände gekommen. Da hab ich richtig Angst bekommen. Diese ist im Vergleich zu mir schon deutlich größer - außerdem will ich nicht, dass sie mir mein gutes Almgras wegfrißt. Die Maria hat daraufhin an das Gatter eine "Kuhsperre" angebaut. Ich bin echt froh darüber. Seitdem sind keine Kühe mehr hereingekommen. Nun habe ich aber beobachtet, dass mich seitdem auch weniger Autos besuchen kommen. Deshalb will ich mal der Maria helfen und Euch erklären, wie so eine Kuhsperre funktioniert. Auf den beweglichen Stäben ist eine leichte Stromspannung angelegt. Wenn man die Stäbe nun berührt bekommt man einen leichten Stromschlag.

Dies gilt für Kühe und leider auch für mich. Somit bleiben die Kühe draußen und ich und meine Eltern drinnen. Das Ganze funktioniert also nicht wie eine Einfahrt zu einem Parkhaus oder eine Automatiktür vom Supermarkt. Für die Menschen haben wir auf der linken Seite eine kleinen Durchgang. Also Ihr lieben Autofahrer: Einfach ganz langsam durchfahren. Euch und Eurem Auto passiert wirklich nichts. Wir haben auch ausreichend Parkplätze für die Autos auf unserem Gelände. Da ich von der Kuhsperre kein Bild habe, ein paar andere Bilder. Der Wolfgang hat da so eine Nahlinse, wo alles ganz groß wird. Er hat gesagt, wenn er mich damit fotografiert passt das Bild nicht in mein Tagebuch - so groß wäre ich dann.


Bis Bald,
Euer Amadeus

Sonntag, 6. August 2006

Kapitel 6

Also heute Morgen konnte ich nicht mal richtig ausschlafen. Ist doch tatsächlich kurz nach 5 Uhr einer mit einem Fotoapparat an meiner Wiese vorbeigekommen. Ihr könnt Euch schon sicher denken, wer das war. Genau, der Wolfgang war schon ganz früh auf, um auf die Ochsenalm zu wandern und dort den Sonnenaufgang zu beobachten.




Nachdem ich wieder eingeschlafen war, dauerte es nicht lange, bis ich wieder aufgewacht bin. Eine Frauenstimme hat ganz laut Amadeus gerufen. Ich dachte "Was will die denn von mir?". Ich habe zu ihr rübergeschaut und bin dann rübergelaufen - doch sie wollte gar nichts von mir. Wißt Ihr was des Rätsels Lösung war? Über Nacht war eine Familie mit ein Pudel in eine der Almhütten gezogen. Der Hund mußte morgens mal raus und hat nicht gefolgt. Da hat die Frau ihren Hund gerufen: "Amadeus". Der Pudel hat den gleichen Namen wie ich. Um Gottes Willen, das kann ja heiter werden.


Heute Nachmittag ist dann der Wolfgang zurückgekommen. Er hat mir viele schöne Bilder mitgebracht. Also wenn ich größer bin, will ich auch mal zu der Ochsenhütte wandern. Ihr könnt mal Eure Eltern fragen, ob sie Euch einmal begleiten. Ich denke das wird richtig toll. Also mit dem zweiten Amadeus komme ich echt nicht klar. Jetzt weiß ich nicht, ob ich gemeint bin, wenn jemand Amadeus ruft. Aber das ist kein Wunder - die Schwester von der Magdalena heißt ja auch nicht Magdalena sondern Desirée. Denn wenn das so wäre, dann würde hier oben echt keiner mehr durchblicken...

Bis Bald,
Euer Amadeus

Mittwoch, 19. Juli 2006

Kapitel 5

Der Wettergott meint es in diesem Sommer gut mit uns. Seit Wochen genießen wir bei Temperaturen über 25 Grad das Leben auf der Alm. Ich liege meistens tagsüber faul in der Sonne herum. Am Abend jage ich dann mit meinem Papa über das Almgelände. Das macht echt Spaß! Heute habe ich gehört wie sich zwei Menschen die aus dem Tal zu uns zum Mittagessen hochgekommen waren miteinander unterhalten haben - die Oma nennt sie Gäste.
Die haben da voll rumgejammert, dass sei alles so heiß - wie in den Tropen und nicht auszuhalten. Ja Leute, da seid ihr wohl selber Schuld, wenn ihr unten im Tal Sommerurlaub macht. Bei uns oben ist es einfach kühler als dort und außerdem geht meist ein leichter Wind. Darum bin ich auch jeden Sommer hier oben auf der Maltabergeralm - so hat mir das jedenfalls die Magdalena erklärt. Die ist in den Schulferien mit ihrer Schwester auch den ganzen Tag hier oben.


Jetzt weiß ich auch, warum immer mehr Heuschrecken in meiner Wiese sind. Die sind alle auf der Flucht - aber ich habe ja keine Angst mehr. Überall um meine Wiese herum wird das Gras gemäht. Die Menschen benutzen dazu Ponys aus Metall. Die Oma nennt das Balkenmäher. Angeblich soll das dann mein Futter im Winter sein. Aber warum soll ich mich damit beschäftigen - ich weiß ja nicht einmal was Winter ist. Dafür habe ich aber mal einige Bilder vom Almsommer reingeklebt.


Bis Bald,
Euer Amadeus

Sonntag, 9. Juli 2006

Kapitel 4

Gestern habe ich mich fürchterlich erschrocken. Ich hatte Hunger und dachte mir, dass ich mal ne Runde Gras fressen gehe. Als ich einen Grasbüschel abfressen wollte, ist plötzlich ein Stück Gras weggehüpft. Das habe ich noch nie gesehen. In dem Moment kam ein Mann an meiner Wiese vorbei. Er hat mir erklärt, dass das kein Gras sei, sondern eine Heuschrecke. Das ist keine Pflanze, sondern ein Tier wie ich - nur eben viel kleiner. Der Mann hatte auch so einen komischen Apparat dabei gehabt. Der war aus Metall und vorne war so ein Auge dran. Er hat behauptet, dass er damit die Heuschrecken einfangen kann. Ich habe mich dann noch ein wenig mit ihm unterhalten.
Er heißt Wolfgang und kommt sehr oft zu uns auf Urlaub auf die Alm. Er kommt aus Deutschland, aber ich bin mir sicher, dass der auch was mit diesem Mozart zu tun hat. Er hat mir erklärt, dass man vor den Heuschrecken keine Angst haben muss. Das habe ich nicht verstanden - ich dachte die heißen so, weil man sich vor ihnen erschrickt. Ich habe den Wolfgang gefragt, warum die dann so heißen - aber er hat es auch nicht gewußt. Stattdessen hat er mir vorgeschlagen, dass ich ein paar Bilder in mein Tagebuch klebe. So nennt man die Sachen, die aus dem Apparat rauskommen. Der Apparat heißt Fotoapparat. Der Wolfgang macht mir jetzt immer wenn er bei uns ist ganz viele Bilder. Das finde ich echt nett von dem, weil ich ja keinen Fotoapparat habe. Wenn Ihr auf die Bilder draufklickt, werden sie ganz groß. So wie ich einmal, wenn ich viel Gras fresse.
Bis Bald,
Euer Amadeus

Mittwoch, 14. Juni 2006

Kapitel 3

Ich kann Euch sagen, ich bin immer noch total fertig. Gestern war also der Tag an dem ich auf die Maltabergeralm hinauf laufen mußte. Ich dachte eigentlich, dass ich auch mit so einem Teil mit Rädern dran auf die Alm hoch komme - ich glaube das heißt Auto oder so. Wenn zwei Räder dran sind, sagt die Magdalena immer Fahrrad dazu. Zumindest habe ich in meinem kurzen Leben noch nie jemand von den Gritzners hochlaufen sehen. Aber meine Eltern haben mir erklärt, dass Autos und Fahrräder nichts für Ponys sind. Wenn schon gibt es für uns Pferdeanhänger. Aber da keiner da war mußte ich laufen. Das war für mich mit meinen kurzen Beinen ganz schön anstrengend.

Meine Mama und mein Papa waren auch dabei. Dann haben uns noch die Magdalena und die Desy begleitet. Meine Eltern hatten auch immer wieder keine Lust zum weiterlaufen. Die Desy hat dann zur Magdalena gesagt: "Schau die haben auch keinen Bock!" Diesen Satz habe ich auch nicht verstanden. Ich habe mal gehört, wie jemand gesagt hat, dass es bei uns viele Rehböcke gibt - aber ich glaube damit hat das nichts zu tun. Irgendwann haben wir es aber dann alle miteinander doch geschafft und ich bin auf ein wunderschönes Almgelände getrottet. Wie ich mitgekriegt habe liegt die Maltabergeralm auf 1600m Höhe ganz oben am Maltaberg.


Die Maria und ihre Familie haben dort oben ein tolles Almgasthaus, wo man super Essen kann. Außerdem gibt es dort oben ganz tolle Ställe für die Menschen, wo die immer bei uns Urlaub machen. Ich glaube sowas nennt man eine Almhütte. In der Leonhardhütte leben auch das ganze Jahr die Großeltern von der Magdalena und der Desy. Nachdem wir angekommen waren hatte ich natürlich mächtig Hunger. Sofort ist mir ein super rotes Gras aufgefallen, das habe ich vorher nocht nie gesehen. Geschmeckt hat das echt prima, doch bald ist die Oma gekommen und hat micht geschimpft. Es scheint doch kein Gras zu sein - sie hat es Geranien genannt. Das sind wohl Blumen. Auf diese ist die Oma mächtig stolz. Aber woher sollte ich das wisssen? Das muss einem erstmal einer sagen.


Bis Bald,
Euer Amadeus

Freitag, 26. Mai 2006

Kapitel 2

Also jetzt muss ich Euch mal was zu meinem Namen erklären. Immer wieder erzählen die Leute welche mich besuchen etwas von einem Mozart. Zuerst dachte ich das wäre mein Nachname, aber anscheinend war das ein berühmter Komponist. Was das ist ist wußte ich bis gestern auch nicht. Ich habe nur die Wörter "Kompost" und "Mist" gekannt. Egal - dieser Komponist hatte die Vornamen Wolfgang und Amadeus und war Österreicher - das ist wohl auch ganz schön wichtig. Eine Frau hat gesagt, dass der Mozart dieses Jahr seinen 250. Geburtstag feiert - ganz schön alt.


Muss mal meine Eltern fragen, wie alt ich denn so werden kann. Der Mann von der Frau hat gesagt: "Franz Josef wäre auch ein guter Name gewesen!" Ich denke mal, dass der auch Österreicher sein muss. Dann hat er noch was von einem Kaiser erzählt. Da kenne ich aber nur den Beckenbauer. Daraufhin hat seine Frau erwidert: "Sissi wäre auch ein toller Name gewesen". Oh Mann, die hat aber echt überhaupt keine Ahnung - ich bin doch ein kleiner Junge und kein Mädchen. So jetzt wisst Ihr warum ich Amadeus heiße. Wenn Ihr in nächster Zeit etwas von dem Mozart oder sonst einem Amadeus hört, dann denkt einfach mal an mich.
Mach mal Urlaub auf der Alm!

Bis bald,
Euer Amadeus

Sonntag, 14. Mai 2006

Kapitel 1

Hallo! Ich bin der Amadeus. Ich bin das erste Fohlen meiner Eltern Esdoria und Fandango. Geboren bin ich am 19.4.2006. Wie man mir gesagt hat, bin ich ein Minishettlandpony. Von meiner Geburt weiß ich überhaupt nichts mehr - aber das wird bei Euch genauso sein. Wie mir meine Eltern erzählt haben, bin ich auf der Wiese zur Welt gekommen. Nachdem ich auf der Welt war bin ich mal gleich den Abhang hinuntergekullert - das kam davon, weil die Wiese sehr steil ist. Das ist hier so in den Bergen.



Gott sei Dank ist mir nichts passiert. Obwohl im Stall alles vorbereitet war, hat sich meine Mutter doch für eine Geburt in freier Natur entschieden. Darüber waren die Gritzners ganz schön erstaunt. So heißen die Leute bei denen wir auf dem Bauernhof leben. Es gibt dort zwei ganz liebe Mädchen. Die Kleine heißt Magdalena und ihre große Schwester Desirée. Sie wird aber meistens Desy gerufen. Die Mama von den beiden heißt Maria. Alle drei kümmern sich wirklich rührend um mich und meine Eltern.


Anscheinend bin ich besonders bei Kindern sehr beliebt. Deshalb bekommen wir auch immer viel Besuch. Im Moment lebe ich noch auf dem Bauernhof auf dem Maltaberg. Ich habe aber gehört, dass ich bald auf die Maltabergeralm komme - keine Ahnung was das ist. Aber das werden wir ja sehen. Auf jeden Fall ist das Leben bei den Gritzners eine spannende Sache. Ich bin mir sicher, dass ich Euch noch ganz viele Geschichten erzählen kann.
Mach mal Urlaub auf der Alm!

Bis Bald,
Euer Amadeus