Heute muß ich Euch mal von ganz seltsamen Tieren hier oben auf der Alm erzählen. Sie fliegen den ganzen Tag durch die Gegend, landen auf Bäumen und klopfen wie verrückt mit dem Kopf gegen den Stamm. Manchmal machen die das auch schon früh am morgen, da wache ich dann manchmal auf. Ich habe mir schon eine ganze Weile überlegt, wie man auf die Idee kommt sowas absichtlich zu machen. Vor ein paar Tagen bin ich ganz schnell mit meinen Papa herumgaloppiert. Ich habe in einer Kurve nicht richtig aufgepasst und bin deshalb gegen einen kleinen Baumstamm gerannt. Man das hat vielleicht wehgetan. Und diese Vögel machen das freiwillig den ganzen Tag - das soll mal einer verstehen.
Heute war mal wieder der Wolfgang zu Besuch. Ich habe ihm von dem Lärm erzählt, den die Vögel immer machen und ihn gefragt was das soll. Er hat mir dann folgendes erklärt. Es handelt sich bei den Vögeln um Spechte. Der Schnabel von denen ist ein Universalwerkzeug zum Hämmern, Klopfen, Meißeln und wird als Pinzette oder Zange zur Nahrungssuche genutzt. Er hat dann noch gesagt, dass er hier schon verschiedene Arten gesehen hat. Den Schwarzspecht, den Grauspecht, den Grünspecht und den Buntspecht. Dass die Vögel bei uns oben leben ist ein Zeichen dafür, dass auf der Alm die Natur noch ganz in Ordnung ist. Da gegen Ungeziefer nicht gespritzt wird, gibt es noch viele Ameisenlarven, Käfer und Spinnen und deshalb gibt es auch soviele Spechte, weil die genügend zum Fressen haben. Ich hab den Wolfgang dann noch gefragt, warum die Spechte beim Hämmern kein Kopfweh bekommen. Er hat mir erklärt, dass zwischen dem Schnabel und Hirnschädel ein schwammiges Knochengewebe ist, welches das Gehirn wie eine Art Stoßdämpfer schützt. Das mit dem Stoßdämpfer war für mich neu. Ich dachte bisher, dass nur Autos einen Stoßdämpfer haben, weil da mal bei der Maria ihrem Auto der Stoßdämpfer kaputt war.
Bis Bald,
Euer Amadeus
